2000 Tage (Teil 2)

Die Tage und Wochen bei meinem neuen Arbeitgeber strichen dahin. Ich fühlte mich durchaus wohl, dort wo ich war. Mein Chef Harald war vorher leitender Angestellter bei Siemens. Die Firma war zwar eine lokale, aber die Tatsache das die Hauptverantwortung bei einem deutschen lag war ein Plus. Es war auch etwas das damals meine Entscheidung bestärkte. . So schrieb ich am 13. März 2008:

Nun friste ich meine Nachtschichten also in dem Helpdesk eines Internet-Providers für Hotels, für den ich arbeite. Die Nächte können recht lang werden, arbeite ich doch immer in 12 Stunden Schichten. Abends gehts gegen 20 Uhr los und endet somit am Morgen um 8. Ein seltsames Gefühl, um 3 Uhr morgens auf die Stadt zu blicken. Alles ist ruhig. Selten fahren dort Autos, wo sonst immer ununterbrochener Verkehr ist. Auf unserem kleinen “Balkon” kann man das irgendwie genießen. Ab und zu mal eine kühle Brise – abhängig von der Wetterlage.

Eigentlich war der Job deutlich unter meiner Qualifikation, aber es war unser Ticket nach Malaysia. Aber ich hatte Glück, schon nach wenigen Monaten wurde mir eine Beförderung angeboten und damit eine Aufgabe, die meinen Fähigkeiten eher angemessen war. Es lief alles perfekt und für kurze Zeit fühlte ich mich regelrecht wie “im Himmel”

Dann kamen Gerüchte auf und sie sollten sich bestätigen:

Am Freitag abend erreichte mich eine Mail eines deutschen Arbeitskollegen, die für große Unruhe gesorgt hat. Als wir den Entschluß faßten nach KL zu ziehen, war der Arbeitsplatz der wichtigste Faktor. Mein Arbeitgeber ist eine 100%ige Tochter des japanischem Mobilfunkriesen NTT DoCoMo. Die Firma selbst, stinkt schon fast vor Geld. Deswegen haben wir auch im Januar unseren größten Konkurrenten mal eben gekauft.

Und weiter…

Unser Haupsitz ist in Singapur, das heißt  dort ist die Geschäftsleitung. Große Teile der neuen Firman befinden sich ebenfalls in Singapur. Nun hat man begonnen, bestimmte Abteilungen nach Singapur umzusiedeln. Für uns hier in KL heißt das, das praktische alle Abteilungen nach Singapur gehen. Ausgenommen der Helpdesk und eine andere Abteilung.

Ich war (noch) Teil des Helpdesks, aber die Abteilung in die ich wegen der Befördernung gehen würde, wäre auch in Singapur. Nur war das nun alles obsolet. Diese Veränderung wirkte sich einfach auf alles aus. Das Versprechen, das der Helpdesk in Kuala Lumpur bleiben würde, wurde nicht gehalten. Er sollte auf die Philippinen verlegt werden und man bot mir einen Jahresvertrag dort an. Aber wir hatten gerade ein Auto gekauft, ein Haus gemietet und ein Kind das in den Kindergarten geht. Ein Vertrag über ein Jahr wäre auch nur ein schwacher Trost. Es gab noch eine weitere Möglichkeit – eine Abfindung zu akzeptieren. Das ist es was ich tat, und so hiess es am 25. Mai 2008 “Auf Jobsuche in Kuala Lumpur”.

So kam es also, das wir nach 8 Monaten quasi vor dem Aus standen. Alle Vorplanung hatte nichts gebracht, hatte uns vor so einem Fall nicht schützen können. Kein Job bedeutet auch, keine Erlaubnis im Land bleiben zu dürfen. Der Arbeitgeber zahlte eine Abfindung von etwa 12.000 Euro – auch hier ist der Arbeitnehmer gut geschützt. Wir überschlugen wie lange wir von dieser Reserve überleben können. Eine Arbeitslosen Versicherung oder eine Sozialamt gibt es in Malaysia nicht und wir hatten keinerlei Anrecht auf irgendeine Art von Unterstützung. Meine Priorität war natürlich Jobsuche und man war bereit mein Visum “offen” zu lassen. Es bahnte sich passend ein Training mit der Deutschen Welle an, wo ich dank Dozenten Tätigkeit unsere Lage weiter stabilisieren konnte. Wir waren geschockt, aber wir blieben zuversichtlich. Trotz allem kauften wir ein zweites Auto und unsere Zuversicht sollte sich als Angebracht herausstellen.

Im Juni 2009 hatte ich mein zweites Vorstellungsgespräch und das Ganze sah bereits im Vorfeld vielversrpechend aus:

Nach unseren Trip ins schöne Ipoh, blieb für mich keine Zeit zum ausruhen. Abends komplettierte ich nochmal meine Bewerbungsunterlagen, um am nächsten Tag für mein Vorstellungsgespräch vorbereitet zu sein. Wieder war es eine Firma in Cyberjaya. Sie ist betreiber einer art Broker-Webseite für Währungen. Gesucht wurde ein Senior Linux Administrator. Die Anzeige deutete explizit darauf hin, das man absolut verrückt mit Linux sein müsse. Das paßte zu mir!

Ich mußte einen Einstellungstest absolvieren und tat das mit bravur. Mein neuer Chef war zufrieden und wolle sich bei mir melden, sobald er sich entschieden hatte. Nachdem ich die 40 KM Rückweg nach Hause zurückgelegt hatte, war bereits eine eMail in meinem Postfach. Ich hatte den Job! Wir waren gerettet… erstmal!

Am 30. November 2008 feierten wir 365 Tage in Kuala Lumpur und Michaela schrieb:

Ein Jahr ist um. Nun liegen mehr als 365 Tage Malaysia hinter uns. Eine Zeit, in der Malaysia zu unserer Heimat geworden ist. Die Strassen, Wege bestimmte Orte oder Plätze – alles ist nun langsam vertraut und nicht mehr fremd. Wir haben gelernt, das wir uns den Luxus einer gewissen Zuversichtlichkeit leisten können. Als wir kamen war es ein hoffen, hier bleiben zu können. Das alles gut geht und nicht irgendwelche Umstände dazu führen, das wir wieder zurück müssen. Nun haben wir schon einige Schwierigkeiten durchlebt und gelernt. Eines sind wir uns auf jedenfall sicher, wir sind glücklich hier. Das Leben ist unkomplizierter, freier. Es ist ein Leben, das genossen werden kann. Damit haben wir ein großes Ziele erreicht!

Zu diesem Zeitpunkt ahnten wir noch nicht, das unser Weihnachtsfest äußerst angespannt sein würde.

Wir haben eine rechte aufwühlende Zeit hinter uns. Am 15. Dezember, kurz vor Weihnachten, bat mich mein holländischer Chef in sein Büro. Das Gespräch war nicht erfreulich. Er kam sofort zum wesentlichen und teilte mir mit, das er mich kündigen müsse. Ich ware völlig schockiert. Er sprach von der schlechten wirtschaftlichen Lage und dem Verlust von einigen Kunden daheim in Europa, was ihn dazu zwingt so zu handeln. Zwei andere Kollegen erwischte es auch!

Es war also kurz vor Weihnachten und ich war erneut arbeitslos. Diesmal war die Lage erheblich schwieriger, große Rücklagen hatte wir keine mehr und wir hätten eigentlich direkt unsere Abreise planen müssen. Für Tickets und einen Container hätte es vielleicht noch knapp gereicht.

Aber wir wollten nicht aufgeben und setzten alles auf eine Karte. Ich bemühte mich diesmal um einen Job beim AIBD. Ich kannt das Institut durch die Deutsche Welle. Das AIBD leistet Entwicklungshilfe und ist eine lokale Organisation. In den Räumen dieses Instituts habe ich damals Kurse für die Deutsche Welle gegeben und das war auch der Anstoß, der uns nach Malaysia verschlagen hatte. Im Mai hatte ich schonmal nachgehakt, aber die Stelle des IT Leiters war besetzt und es war nicht klar, wann der deutsche Kollege der derzeit auf dieser Position sitzt gehen würde.

Als ich nun bei www.jobstreet.my nach “Linux” Jobs suchte, bin ich über genau diese Stellenausschreibung gestolpert. Ich rief sofort den AIBD Direktor an und schickte meine Unterlagen. Ich hatte Glück, noch vor ende des Jahres hatte ich einen neuen Vertrag! Wir feierten ein unbeschwertes Sylvester.

Der Vertrag lief über 3 Jahre und heute bin ich nun seit 3 1/2 Jahren beim AIBD. Mein Vertrag wurde für weitere 3 Jahre verlängert.

Um nicht noch einmal vor so einer verzweifelten Lage zu stehen, haben wir bereits 2008 eine Firma, Lightspeed Networks, gegründet. Während meine verbleibenden Zeit bei Inter-Touch hatte ich eine Webseite entwickelt  – carworld.my. Carworld ist eine Autohandel Plattform ganz ähnlich wie Mobile.de. Heute konzentrieren wir uns bei Lightspeed mehr auf Systembetreuung und fokussieren auf deutsche Kundschaft, die willens ist guten Service auch angemessen zu bezahlen. Die Firma verfügt mittlerweile über ordentlich eingerichtet Geschäftsräume und einen kleinen Kundenstamm. Eine Frage der Zeit, bis ich in der eigenen Firma vollzeit arbeiten werde. Das schöne ist, das auch Ela mitmischen kann. Für sie waren die Jahre doch auch so manches Mal von Langeweile geplagt.

Die letzten Jahre waren nicht so turbulent wie der Anfang, aber Jan wurde kurz vor der Einschulung als Diabetiker Typ 1 diagnostiziert. Ein Schock der uns durch Mark und Bein ging. Zuletzt war es die Schule, die uns schlaflose Nächte bereitete. Aber in diesem Schuljahr gab es einige personelle Veränderungen und wir sind nun sehr glücklich, das unser Kind bei der DSKL (Deutsche Schule Kuala Lumpur) ist.

Das waren also unsere ersten 2000 Tage und wir möchten alle einladen doch mal in unserem Blog etwas zu stöbern. In Zukunft wird hier wieder mehr passieren. Über Kommetare und eMails freuen wir uns immer sehr!

Viele Grüße

Die Familie Banko aus Kuala Lumpur :-)

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2000 Tage (Teil 1)

Am Freitag dem 17. May 2013 war es soweit – wir sind seit 2000 Tagen in unserer Wahlheimat Malaysia. Es waren schöne, warme, lustige, traurige, verblüffende und manchmal auch schmerzliche Tage. In den vergangenen Jahren ist viel passiert, dabei ist in den Jahren bevor wir nach Malaysia kamen auch schon verdammt viel passiert. Leider keine überraschenden Erbschaften die uns reicht machten, Millionengewinne oder besonders schwere Glücksfälle. Das war mit einer von vielen Gründen, warum wir Deutschland verließen. Aber auch hier ist ein Leben, nunmal ein Leben und es gibt gute wie schlechte Zeiten.

Im moment dürfen und wollen wir uns nicht beklagen. Reich sind wir noch immer nicht, aber wir haben ein auskommen und arbeiten dran. Auch eine unserer Hauptsorgen, Jans Schule sowie seine Leistungen dort, sind zerstreut worden.

Aber das hier soll ein Rückblick werden, also starten wir am 29. Oktober 2007, an dem ich in unseren ersten Blog-Posting folgende Zeilen schrieb:

Eine Suche bei malaysia.recruit.net mit dem Schlüsselwort “deutsch” förderte eine geeignete Stelle zu Tage. Ein Internet Provider suchte einen deutsch sprechenden IT-Fachmann. Der war sogar bereit, die Kosten des Umzugs zu 90% zu übernehmen. Also habe ich mich beworben und bekam direkt ein Angebot.

Das Vorhaben auswandern startete schon im August 2007, zum Zeitpunkt des Postings war bereits die erste Stufe meines Arbeitsvisums für Malaysia bearbeitet und wir hatten damit grünes Licht. Was folgte war ein relativ unangenehmer Teil. Sachen packen und Abschieb nehmen.

So schrieb ich am 7. November 2007:

Nun sind es gerade noch 17 Tage bis zur Abreise. Das bedeutet, das es nur noch 14 sind bis der Container ankommt. Der wird dann für ganze 2 Stunden bei uns auf dem Hof stehen und in dieser Rekordzeit muß alles darin verschwunden sein. Klar das wir deswegen mit den Einpacken bereits anfangen.

Die Sache mit den Container war stressig. Der Platz war begrenzt und wir wussten das es eng werden könnte. Deswegen haben wir den Platz in der Garage mit Klebeband abtrassiert. So konnten wir besser abschätzen, ob auch alles reingeht. Es war unser Glück, das sich der neue Arbeitgeber wenigstens mit $2000 am Container beteiligte. Am Ende mussten wir noch etwa 800 Euro drauflegen.

Am 27. November 2007 war es dann soweit. Der Container schon längst auf dem Weg und wir angekommen in Malaysia. Der Stress vor dem Flug war extrem, unglaublich viele Dinge die noch geklärt werden mussten. Eine unbequeme Zeit lag hinter uns, in einer Wohnung die Tag für Tag kahler wurde. Der Flug läutete das Ende ein, dessen Anfang aber leider nicht ganz so stressfrei war wie wir erhofften:

Der Flug am Sonntag sollte das Ende des Stresses einläuten. Wir sind von Bremen über Amsterdam nach KL geflogen. Die Zeit in Amsterdam war mit einer Stunde recht knapp bemessen, aber ausreichend. Dummerweise hatte der Flug von Bremen aber fast 30 Minuten verspätung. Wir mußten in Amsterdam quer über den Flughafen hetzen und wurden dann noch wegen eines Metall-Lesezeichens in einem Buch gründlichst gefilzt. Endlich im Flieger konnten, wir aber abschalten.

Am Flughafen erwartete uns eine Überraschung. Mein bester Freund Christian begrüßte uns am Flughafen – er war schon ein paar Jahre zuvor auf do\ie Philippinen ausgewandert und wollte uns in Asien willkommen heißen. Danke Christian!

Es folgte ein Monat im “Boulevard Hotel” das sich in der Mid Valley Megamall befindet. Einigen Berichten zu Folge die 3. größte Mall auf der Welt. Auch hier zeigte sich der neue Arbeitgeber großzügig. Es standen uns 6 Wochen in dem Hotel zur Verfügung. Wir waren aber froh nach etwa 4 ausziehen zu dürfen. So lange in einem Hotelzimmer – da wünscht man sich dann die einfachen Dinge zurück, wie sich mal ein Brot machen oder  Ei braten zu können. Ganz zu schweigen von dem begrenzten Platz.

Das wir in 4 Wochen raus müssen stand schon vorher für uns fest. So lange sollte es noch dauern bis der Container eintraf. Ist er da, darf er nur wenige Tage kostenlos im Hafen verbleiben. Anschließend wird jeder Tag mit $100 berechnet.

Um den Container aus dem Hafen holen zu können, braucht es allerdings erstmal ein zu Hause. Diese 4 Wochen haben wir mit intensiver Wohnungssuche verbracht. Nur wenige Tage zuvor hatten wir es geschafft.

Am 16. Dezember 2007 schrieb Ela:

Aber wir haben uns entschieden, ja ein Eckhaus mit Rasen zum spielen, Stellfläche für min. zwei Autos, 5 Schlafzimmer, einer Küche, einer Wasch- und Kochküche, einem Wohn- und Esszimmer sowie 4 Bäder. Achja und ganz oben auf dem dach ist noch so eine Aart Balkon. Puh wer soll das nur alles sauber halten?(immer der, der fragt?!?) denkste, da hab ich schon eine Idee aber dazu ein anderes mal mehr.

Und wir haben tatsächlich diese Haus gemietet und wir wohnen heute noch darin. Am Mittwoch dem 23.12.2007 erfolgte die Schlüsselübergabe und der Einzug war für den 26.12. geplant. Allerdings verzögerte sich das Ganze um eine Tag, weil das Schiff Verspätung hatte.

Wir waren so ziemlich im Unklaren, wann denn nun der Container käme – wir hofften natürlich recht bald. An diesem Tag hatten wir Maler im Haus und es wurde noch fleißig geputzt. Es klingelte gegen abend das Telefon und jemand versuchte auf Bahasa uns etwas mitzuteilen. Es kristallisierte sich heraus, das es der Fahres des LKW war, der unseren Container geladen hatte. Das der Container ausgrechnet an diesem Tag nun kam, war eine Überraschung. Der Fahrer hatte offenbar Probleme die Adress zu finden. Das konnte gelöst werden und der Container traf bei tiefster Dunkelheit ein.

Wir konnten unser Glück kaum fassen. Am morgigen Tag sollte er geöffnet werden und wir würden erfahren, ob auch alles heile geblieben ist.

Am Tag darauf wurde uns bestätigt, das wir uns umsonst Sorgen gemacht hatten. Alles war in Ordnung – Dank unserer fleißigen Helfer in Deutschland.

Wir hatten auch einige Helfer um den Inhalt des Containers in unser neues zu Hause zu verfrachten. Es fühlte sich gut an nun die eigene, sichere “Basis” aufzubauen. Zwischendurch fühlten wir uns recht verloren, ohne eine eigene Bleibe, Auto und all unser Hab und Gut irgendwo in einem Container auf hoher See. Nun schien sich alles zusammezufügen. Deswegen schrieb ich:

Was nun folgt ist das was bei jedem Umzug zu erwarten ist. Überall Kisten und rumstehende Möbel. Aber ein gutes Gefühl alle Sachen wieder zu sehen und es sich endlich häuslich einrichten zu können!

In der Zwischenzeit, wenige Tage nach unserer Ankunft hatte ich auch schon meine Arbeit angetreten. Auch das war eine weitere große  Sorge. Was wenn der Arbeitsplatz totaler Mist ist und sich das Unternehmen als völlig unzuverlässig herausstellt? Wir hatte schon auf eine Weise alles auf eine Karte gesetzt. Wir belächeln viele deutsche Auswanderer hier in Malaysia, die von ihrem deutschen Arbeitgeber entsendet wurden und erst lange überlegen mußten. Wir haben es gewagt und mußten dadurch. Der Arbeitgeber war allerdings klasse und an diesem Tag war klar, das alles wie am Schnürchen lief! Wir haben etwas riskiert und es hat funtkioniert.

Was uns jedoch noch fehlte war ein fahrbarer Untersatz. Wir hatten uns bereits in Deutschland mit der Situation auseinandergestzt. In Malaysia existieren hohe Strafzölle für ausländische Automarken. Es war also klar, das wir uns zunächst mit einem lokalen Modell begnügen müßten. Unsere Strategie am Anfang war, unsere laufenden Kosten am Anfang so überschaubar wie möglich zu belassen – eine Strategie die sich später auch als äußerst voraussuchtig herausstellte.

Uns gefiel der “Perodua Kembara” recht gut. Ein kleiner Geländewagen der in Deutschland und sonst in der Welt als “Daihatsu Terios” verkauft wird. Beide Autos gleichen sich nicht völlig, Perodua hat eine komplette Fertigungsstraße von Daihatsu errichten lassen und ein paar kosmetische Modifikationen vorgenommen. Die Herausforderung für uns sollte sein, einen Kredit zu bekommen. Wir waren ja gerade erst 6 Wochen im Land. Viele Autohändler haben die Möglichkeit als Ausländer einen Kredit zu bekommen kategorisch ausgeschlossen. Aber wir haben einen zuversichtlichen Autohändler mit dem passenden Kembara gefunden und am 8. Januar war es soweit:

Das Auto ist mir wie versprochen um 15 Uhr geliefert worden. Es steht nun in der Gebäude eigenen Tiefgarage. Jetzt geht es gleich in den Linksverkehr und das im strömenden Regen.

So durfte ich die Jungfernfahrt nach der Arbeit direkt antreten. Zm Glück hatten wir in Deutschland eine Gelegenheit günstig neue Telefone zu bekommen nicht verstreichen lassen. Deswegen haben wir beide Smartphones auf denen ich auch eine GPS Software installiert hatte. So hatte mich mein Telefon als wunderbar nach Hause geführt. Allerdings hatte ich die Ausfahrt verpasst und es war eine lange Heimreise.

Am 13. Januar 2008 schrieb ich in dem Blog Posting mit dem bezeichnendem Titel “Ein neues Leben”:

Im Moment fügt sich irgendwie alles zusammen und so langsam spüren wir wieder etwas Lebensqualität. Vor etwa 5 Monaten begann der ganze Stress. Es fing an mit dem Auflösen/Kündigen von Verträgen, verkaufen von allerhand Zeugs bei ebay und ging zum Schluß dann bis zum Verkaufen der Autos und dem Einpacken. Die letzten 4 – 6 Wochen waren davon geprägt, sich hier wieder etwas aufzubauen. Dabei haben wir auch die eine oder andere Klippe umschifft. Sogar der Auto-Kredit hat geklappt. Wir haben noch an kleineren Problemen zu arbeiten, wie unserer Küche oder dem elektrischen Tor, bei dem noch immer die Fernbedienung defekt ist. Aber letztendes sind wir nun in der Phase “endlich angekommen”.

Wir begannen unsere neue Welt weiter zu erobern. Alltägliches war plötzlich nicht so alltäglich. Alles war neu. Was mache ich wenn ich mit den Auto liegen bleibe? Wo gibts einen Arzt? Wie bezahle ich die Stromrechung? … und viele andere Fragen warteten darauf geklärt zu werden. Es war Abentuer aber es war auch das, was wir wollten. Ausbrechen aus dem langweiligen deutschen Alltag!

Die herannahende Bedrohung für unsere gerade gefundenes Glück konnten wir nicht kommen sehen. Bereits in wenigen Monaten sollten wir vor einem großen Problem stehen, die die gesamte “Aktion Auswanderung” zum Abbruch bringen könnte.

Aber darüber schreibe ich im zweiten Teil!

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Wählen auf malayisch

Auch hier war es nach 5 Jahren an der Zeit und es gab Neuwahlen. Die lokale Bevölkerung hatte diesen Tag sehnsüchtig erwartet denn die amtierende Partei “BN” aka “Barisan National” (Nationale Front) ist schon lange an der Macht. Um etwas präziser zu sein – verdammt lange. Keine andere Partei in einem demokratischen Land war so lange an der Macht, wie die BN. In rosigen Zeiten noch von Mahathir angeführt – der Mann der auch die Petronas Towers erschuf, mag so mancher noch für sie gestimmt haben. Aber schon bereits bei den letzten Wahlen vor 5 Jahren war die Rede von Wahlmanipulation. Das Gesicht der BN, Najib Tun Razak, ist kein besonders gern gesehenes mehr. Doch während des Wahlkampfs gab es quasi eine Omipräsenz selbigem. Überall hingen Plakate und Flaggen mit seinem Konterfei, das wurde nur noch durch die einfachen blau/weißen Flaggen getoppt:

Verzweiflung mag hier die Motivation gewesen sein. In der letzten Wahl hatte trotz Manipulation die Opposition einige wichtige Bundesländer für sich gewinnen können. BN behielt die Mehrheit und aber fürchtet diesmal die Wahl mit Sang und Klang zu verlieren. Außerdem wollte man gerne die Bundestaaten Selangor und Penang zurückgewinnen. Beide sind sehr reich. Wir wohnen übrigens im zu KL angrenzenden Petaling Jaya – das sich in Selangor befindet.

Viele BN Freunde verließen das sinkende Schiff. Es wurde hinter vorgehaltener Hand über gecharterte Privatjets geredet, die  mit Säcken voller Schmuck und US Dollars eiligst das Land verließen. In den letzten 12 Monaten haben in London genauso viele Malayische wie Britische Staatsbürger Immobilien erworben. Die Rede ist hier nicht von einer 2 Zimmer Eigentumswohnung, sondern von Objekten die eine Million Britische Pfund aufwärts kosten.

Wenn die Wahl an die Opposition ginge, dann würden sehr wahrscheinlich etliche Mitglieder der derzeitigen Regierung in den Bau wandern. Angeführt von Mahathir und Najib. Wobei ich ersteren eigentlich immer für einen guten hielt, aber die Geschichte erzählt etwas anderes.

Also was kann man tun? Es war zu erwarten, das praktisch Niemand nochmal die BN wählt. Aber mit einer Menge Geld und einer großen Portion Angst kann man einiges bewegen. Dazu wurden ca. 2 Millionen Gastarbeiter aus Ländern wie Bangladesh, Indonesien, Kambodscha usw. geholt. Erstmal nicht ungrwöhnlich, haben wir doch so schon viele aus diesen Ländern hier, um die schlechter bezahlten Jobs zu erledigen. Aber diesmal hat man diese Arbeiter mit einem malayischen Ausweis ausgestattet und sie ausdrücklich darauf hingewiesen, das sie wählen müssen. Das Kreuzchen soll bein BN natürlich gemacht werden und es gab offenbar auch eine Art System wonach die Gastarbeiter belohnt wurden, wenn sie es schafften mehr als einmal wählen zu gehen. Ja, ihr haben richtig gehört. Es ging im Vorfeld ein Aufschrei durch die Bevölkerung und man sprach von “Hantus” (bahasa Geistern), die an den Wahlbüros abgewehrt werden müssen. Das hat auch recht gut funktioniert, aber einige sind erwischt worden, nachdem sie bereits ganze fünf mal wählen waren!

Es wurden bei AirAsia die bereits eingemotteten 747 wieder ausgemottet, um in der heissen Endphase ca. 10 Tage vor der Wahl, nochmals große Zahlen von “Wählern” ins Land zu bringen. Wohnt der AirAsia Boss doch in Indonesien, weiß er wem er zu verdanken hat wo er jetzt steht. Interne Emails und Photos des ganzen Treibens sind aufgetaucht und kursierten über die sozialen Netze. Natürlich ist die Presse mundtot.

Trotz all dieser Aktionen die im Vorfled liefen, haben sich noch immer viele Korrupte besser in Sicherheit gebracht. Der einzige der glaubte BN könne die Wahl noch gewinnen, so munkelte man, sei Najib selbst.

Was könnte man noch tun? Wie wärs wenn man ein paar extra Wahlurnen hätte, voll mit Stimmzetteln und dem Kreuz an der richtigen Stelle? Das stellte aber ein leichtes Problem da, die Auszählung in den Wahlkreisen passiert öffentlich und die Zahl der Urnen steht fest. Als die Wahl lief, sah die Opposition auch gut aus. Sie hatte 14 Wahlkreise dazugewonnen. In 7 dieser Wahlkreise änderte sich dann das Bild. Es fiel ganz plötzlich hier und dort der Strom aus und es tauchten David-Copperfield-mäßig neue Wahlurnen auf der Bühne auf, als das Licht wieder an war. Nein, kein Scherz! Mancher wird jetzt sagen “Quatsch, war halt Stromausfall!”, aber moment, das ist in 7 geographisch komplett verschiedenen Wahlkreisen passiert, zu unterschiedlichen Zeiten. Und es wurde so oft gezaubert und neu ausgezählt, bis BN als neuer Sieger fest stand. All das hat viele hier sehr wütend gemacht. Es gibt zu diesen Blackouts einige sehr lustige YouTube Videos:


Am Ende war es also so, der alte neue Sieger Stand fest. Wieder ist die BN für weiter 5 Jahre an der Macht. Das ist sicher traurig, aber das Kapital sah es positiver als die Menschen. Der Kurs der Landeswährung wurder gestärkt. Für Malaysia wäre es großartig gewesen, wenn die Opposition gewonnen hätte. Aber es werden für Najib und seine Schergen keine leichten Jahre. Die Opposition hat 51% der Stimmen erhalten. Dank der kreativen Aufteilung der Paralamentssitze pro Wahlkreis, hat die BN die Nase dennoch weit vorne – eine weitere “kreative” Aktion die im Vorfeld der Wahl stattfand. Im Fernsehen sah man wie Najib und Mahthir der Angsschweiß auf der  Stirn stand. Trotz all der Manipulation noch gerade gerettet. Es wird nicht nochmal klappen! Selangor und Penang bleibt in der Hand der Opposition und außerdem konnte die PR die Zahl der Sitze im Parlament deutlich erhöhen.

Der Anführer der Opposition, der Pakatan Rakyat, Anwar Ibrahim:

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Besuch aus Deutschland

Nach 3 Jahren war es wieder soweit und wir bekamen erneut Besuch aus Menslage. Die Rede ist von Ela’s Eltern, Wolfgang & Elsine. Bereits Monate zuvor starteten die Vorbereitungen – unser Gästezimmer war renovierungsbedürftig.  Das alte Ikea Bett stark angeschlagen (Volker kann das bestätigen), die Klimaanlage auch nicht mehr wirklich funktionsfähig. Ela stürzte sich ins Abenteuer und brachte das Gästerzimmer zu nie zuvor gesehenem Glanze. Auch Bett und Klima wurden getauscht und  seit Mittwoch dem 19.12.2012, trägt das Gästezimmer wieder seinen Namen zu recht!

IMG_20121227_223244Für unsere Besucher war es eine besondere Erfahrung die Feiertage “im Warmen” zu verbringen. So warm, das recht häufig abends auf unserer Terasse fleißig mit Whisky Cola von innen gekühlt wurde. Ich denke das es für jeden der das deutsche Klima gewöhnt ist, erstaunlich ist erstmals im Dezember zu schwitzen. Aber neben angenehmen Abenden mit Grillen und gemütlichem beisammensein standen auch noch andere Aktivitäten auf dem Programm. So haben wir einige wohl bekannte Plätze wie “The Curve”, “Bukit Bintang”, “Petronas Towers (KLCC)”, “Times Square”… und so weiter abgeklappert. Viel Shopping war natürlich unvermeidlich.

IMG_20121229_110458Hightlight war der Trip auf die Trauminsel Langkawi zwischen den Feiertagen. Zu dieser Jahrezeit herrscht hier in Malaysia Hauptsaison. Es sind die malayischen Schulferien und entsprechend ist alles ausgebucht. Ela hatte es aber geschafft ein günstiges aber recht nettes Hotel zu buchen. Viel Zeit verbrachten wir dort nicht – die meißte Zeit waren wir unserem “Schrott Proton” zu den viele Sehenswürdigkeiten auf der Insel unterwegs. Leider ist es schwierig das eigene Auto mit auf die Insel zu nehmen. Aber man kann für ca RM 70 pro Tag ein fahrbares Auto mieten.

Das Bild oben wurde auf dem höchsten Berg der Insel aufgenommen. Man kann via “Cable Car” für RM 30 pro Person dort hochfahren und die IMG_20121227_163152Aussicht geniessen. Langkawai ist noch von ein paar kleineren Inseln umringt und man erhählt einen atemberaubenden Blick darauf von diesem Platz.

Die Reise von KL aus ist ein recht langwieriges unterfangen. Das Autobahn-Netz ist zwar gut ausgebaut, aber die Strassen recht wellig. Tempolimit liegt bei 110 (schneller macht eh keinen Sinn) und es sind knappe 440 KM bis zur Fähre. Rechnet man Autobahngebühren und Sprit, sowie Parkplatz fürs Auto zusammen, stellt man fest das ein Flug billiger ist.

Wir haben es uns auf jeden dort gut gehen lassen und unsere gemeinesame Zeit dort genossen. Nun its die gemeinsame Zeit leider schon wieder vorbei. Wir hoffen das die beiden ihren Urlaub bei uns geossen haben. Auch die Besuche bei dem einen oder anderen Chinesen, der nicht bei beiden den gleichen Grad der Begeisterung im Gesicht wiederspiegeln ließ. Aber ein wenig Kultur und asiatisches Lebensgefühl MUß einfach sein!

Auch für Ela und mich beginnt der Ernst des Lebens wieder, die Schulferien sind schon wieder vorbei seit Montag und Jan muss jeden Morgen zur DSKL. Auf mich wartet am kommenden Montag das Büro. Elsine und Wolfgang machen sich am Donnerstag morgen auf den Rückweg. Wir hoffen ihr besucht uns schon bald wieder!

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Der Weg in die Selbständigkeit

Nach dem ich das erste mal meinen Arbeitsplatz verloren hatte, habe ich nach einem Weg gesucht unsere Existenz in Malaysia zu stabilisieren. Das Problem hierzulande ist, das das Visum an den Arbeitgeber gekoppelt ist. Verliert man den Job, verliert man auch das Recht hier zu sein. Gut also seine eigene Firma zu haben und sich so quasi sein eigenes Visum ausstellen zu können. Ganz stimmt das natürlich nicht, aber man hätte einen permanenten Arbeitsplatz und damit Visum, unabhängig von dem Schicksal eines Arbeitgebers. Eintreten sollte meine Firma dann, wenn mir das nochmal passieren sollte.

Gemeinsam mit einer paar deutschen Freunden gründeten wir vor über 3 Jahren “Lightspeed Networks“. Eine IT Firma die sich auf online Projekte konzentrierte. Schön war die Idee das als Backup zu haben, aber noch besser wäre es finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen. Es wurde die Autohandels Plattform “Carworld” ins Leben gerufen, die vergleichbar mit Mobile.de und anderen Portalen aus Deutschland ist. Leider gab es nur mäßigen Erfolg und ein Teil der Anteilseigner an Lightspeed ist nach weniger als zwei Jahren auch schon wieder nach Deutschland zurück. Eigentlich hat die Firma über zwei Jahre geschlafen, bis sie mitte letzten Jahres wieder reaktiviert wurde.

Ein deutsche Freund hatte hier eine Zweigstelle seines in Deutschland erfolgreichen IT Unternehmens eröffnet, aber besondere Umstände erforderten, das er zurück nach Deutschland musste. Er machte mich mit meinem heutigen Partner bekannt und schlug vor, das wir seine Kunden übernehmen. Damit wollte er sicherstellen, das Kunden weiterhin gut betreut werden und gleichzeitig tat er uns damit einen grossen Gefallen. Ich hatte nie geglaubt, das ein IT Service Unternehmen hier Sinn machen würde. Die lokalen Firmen sind teilweise extrem billig, aber wie sich herrausstellte ist die Qualität der Dienstleistungen oft mangelhaft. Kunden sind durchaus bereit für guten Service zu zahlen und das hat sich in den letzten 12 Monaten bestätigt. Mittlerweile konnten wir unsere eigenen Geschäftsräume beziehen und wird es weiter gut laufen, kann ich tatsächlich im kommenden Jahr in meine eigene Firma wechseln.

Alle unsere Kunden sind deutsche Firmen, die guten Service zu schätzen wissen. Wir sind nun dabei unsere Kundenbasis auszubauen und sind mit einem gut ausgestatteten Büro ausgezeichnet vorbereitet.

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Das erste Jahr DSKL

Um die Geschichte, begonnen mit dem letzten Artikel abzuschliessen, hier der Rest der Geschehnisse. Nach einem etwas holprigen Start war Jan nun also eingeschult. Für ihn war es nicht leicht mit den deutschen Kindern und der “deutschen Umgebung” zurecht zu kommen. Spielkameraden und Gleichaltrige war es als deutsche nicht gewohnt. Der Umgang war anders als im Kindergarten zuvor. Er muss sich sicher fremd gefühlt haben und war auch nicht bereit wirklich mitzuarbeiten.

Es dauerte nicht lange und die Klassenlehrerein suchte das Gespräch. Jan nahm am Unterricht praktisch garnicht teil, die Lehrerein konnte ihn nicht überzeugen mitzuarbeiten. Wir verstanden die Problematik, konnten aber nichts daran ändern. Die Situation verschärfte sich mehr und mehr. Die Lehrerin malte ein Bild des Horrors, Jan hätte extremste Probleme. Das Ganze eskalierte weiter und die Lehrerin erklärte uns, wir müssten das Land verlassen und zurück nach Deutschland gehen. Es wurde eine Therapeutin eingeschaltet, Frau Sänger, die Jan zum mitarbeiten bewegen konnte. Wie hat aber seine Lehrerin erstmal nicht interessiert. Erst in einem weiteren Gespräch hab ich den Lehrern vorgeschlagen, doch mal einer Sitzung mit Frau Sänger beizuwohen. Denn ihr gelang es ja, Jan zu motivieren. Ich war überrsacht, das keine von den Lehrerin dies bereits getan hatte und das mein simpler Vorschlag auch nicht direkt auf Gegenliebe stiess.

Zwischendurch wurde angenommen, Jan wäre Autist. Wieder wurde uns von der gleichen Lehrerin nahegelegt, Jan müsse in eine Spezialschule. Dort gäbe es Klassen in denen nur drei Kinder gemeinsam unterrichtet würden. Wir wurden gezwungen einen Psychiater einzuschalten, der mit RM 1200 fuer 90 Minuten teuer war, nichts falsches auf Anhieb feststellen konnte und dies immerhin schriftlich festhielt. Der Schule genügte das simple Schreiben nicht.

Wir erhielten einen detaillierten Plan (auf deutsch) mit einem halben Dutzend Untersuchungen die wir durchführen lassen sollten. Mittlerweile war allerdings schon Augenarzt, Ohrenarzt und Psychiater anbgegrast. Weiterhin wurde der Druck auf uns erhöht. Die Situation gipfelte in einer Unterredung mit dem Direktor und dem Lehrpersonal. Nun wurde uns die Pistole auf die Brust gesetzt. Entweder wir tun, was die Schule verlangt oder Jan müsse die Schule verlassen. Eine Bemerkung das wird die Schule bezahlen, wurde geflissentlich ignoriert. Es folgte eine langer Monolog was die Schule alles nicht kann. Es wurde ein Termin mit einem der Schule bekannten Kinderpsychologen angesetzt, den wir wahrnahmen. Er diagnostizierte ADS, sah aber keine Probleme die ausschliessen könnten, das Jan zur Schule gehen könne. Dann war das Jahr beendet und im neuen Jahr sollte die Situation ganz anders sein, die Karten wurden quasi neu gemischt.

Für uns alle war es die Hölle. Jan war kurz vor der Einschulung als Diabetiker Typ 1 diagnostiziert worden. Allein das war für uns schon ein Kreuz zu tragen und für ihn sicher auch. Warum kann man nicht einfach locker lassen und einen gerade 6 Jährigen sich erstmal akklimatisieren lassen? Dann würde er eben das erste Jahr wiederholen…

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