Wählen auf malayisch

Auch hier war es nach 5 Jahren an der Zeit und es gab Neuwahlen. Die lokale Bevölkerung hatte diesen Tag sehnsüchtig erwartet denn die amtierende Partei “BN” aka “Barisan National” (Nationale Front) ist schon lange an der Macht. Um etwas präziser zu sein – verdammt lange. Keine andere Partei in einem demokratischen Land war so lange an der Macht, wie die BN. In rosigen Zeiten noch von Mahathir angeführt – der Mann der auch die Petronas Towers erschuf, mag so mancher noch für sie gestimmt haben. Aber schon bereits bei den letzten Wahlen vor 5 Jahren war die Rede von Wahlmanipulation. Das Gesicht der BN, Najib Tun Razak, ist kein besonders gern gesehenes mehr. Doch während des Wahlkampfs gab es quasi eine Omipräsenz selbigem. Überall hingen Plakate und Flaggen mit seinem Konterfei, das wurde nur noch durch die einfachen blau/weißen Flaggen getoppt:

Verzweiflung mag hier die Motivation gewesen sein. In der letzten Wahl hatte trotz Manipulation die Opposition einige wichtige Bundesländer für sich gewinnen können. BN behielt die Mehrheit und aber fürchtet diesmal die Wahl mit Sang und Klang zu verlieren. Außerdem wollte man gerne die Bundestaaten Selangor und Penang zurückgewinnen. Beide sind sehr reich. Wir wohnen übrigens im zu KL angrenzenden Petaling Jaya – das sich in Selangor befindet.

Viele BN Freunde verließen das sinkende Schiff. Es wurde hinter vorgehaltener Hand über gecharterte Privatjets geredet, die  mit Säcken voller Schmuck und US Dollars eiligst das Land verließen. In den letzten 12 Monaten haben in London genauso viele Malayische wie Britische Staatsbürger Immobilien erworben. Die Rede ist hier nicht von einer 2 Zimmer Eigentumswohnung, sondern von Objekten die eine Million Britische Pfund aufwärts kosten.

Wenn die Wahl an die Opposition ginge, dann würden sehr wahrscheinlich etliche Mitglieder der derzeitigen Regierung in den Bau wandern. Angeführt von Mahathir und Najib. Wobei ich ersteren eigentlich immer für einen guten hielt, aber die Geschichte erzählt etwas anderes.

Also was kann man tun? Es war zu erwarten, das praktisch Niemand nochmal die BN wählt. Aber mit einer Menge Geld und einer großen Portion Angst kann man einiges bewegen. Dazu wurden ca. 2 Millionen Gastarbeiter aus Ländern wie Bangladesh, Indonesien, Kambodscha usw. geholt. Erstmal nicht ungrwöhnlich, haben wir doch so schon viele aus diesen Ländern hier, um die schlechter bezahlten Jobs zu erledigen. Aber diesmal hat man diese Arbeiter mit einem malayischen Ausweis ausgestattet und sie ausdrücklich darauf hingewiesen, das sie wählen müssen. Das Kreuzchen soll bein BN natürlich gemacht werden und es gab offenbar auch eine Art System wonach die Gastarbeiter belohnt wurden, wenn sie es schafften mehr als einmal wählen zu gehen. Ja, ihr haben richtig gehört. Es ging im Vorfeld ein Aufschrei durch die Bevölkerung und man sprach von “Hantus” (bahasa Geistern), die an den Wahlbüros abgewehrt werden müssen. Das hat auch recht gut funktioniert, aber einige sind erwischt worden, nachdem sie bereits ganze fünf mal wählen waren!

Es wurden bei AirAsia die bereits eingemotteten 747 wieder ausgemottet, um in der heissen Endphase ca. 10 Tage vor der Wahl, nochmals große Zahlen von “Wählern” ins Land zu bringen. Wohnt der AirAsia Boss doch in Indonesien, weiß er wem er zu verdanken hat wo er jetzt steht. Interne Emails und Photos des ganzen Treibens sind aufgetaucht und kursierten über die sozialen Netze. Natürlich ist die Presse mundtot.

Trotz all dieser Aktionen die im Vorfled liefen, haben sich noch immer viele Korrupte besser in Sicherheit gebracht. Der einzige der glaubte BN könne die Wahl noch gewinnen, so munkelte man, sei Najib selbst.

Was könnte man noch tun? Wie wärs wenn man ein paar extra Wahlurnen hätte, voll mit Stimmzetteln und dem Kreuz an der richtigen Stelle? Das stellte aber ein leichtes Problem da, die Auszählung in den Wahlkreisen passiert öffentlich und die Zahl der Urnen steht fest. Als die Wahl lief, sah die Opposition auch gut aus. Sie hatte 14 Wahlkreise dazugewonnen. In 7 dieser Wahlkreise änderte sich dann das Bild. Es fiel ganz plötzlich hier und dort der Strom aus und es tauchten David-Copperfield-mäßig neue Wahlurnen auf der Bühne auf, als das Licht wieder an war. Nein, kein Scherz! Mancher wird jetzt sagen “Quatsch, war halt Stromausfall!”, aber moment, das ist in 7 geographisch komplett verschiedenen Wahlkreisen passiert, zu unterschiedlichen Zeiten. Und es wurde so oft gezaubert und neu ausgezählt, bis BN als neuer Sieger fest stand. All das hat viele hier sehr wütend gemacht. Es gibt zu diesen Blackouts einige sehr lustige YouTube Videos:


Am Ende war es also so, der alte neue Sieger Stand fest. Wieder ist die BN für weiter 5 Jahre an der Macht. Das ist sicher traurig, aber das Kapital sah es positiver als die Menschen. Der Kurs der Landeswährung wurder gestärkt. Für Malaysia wäre es großartig gewesen, wenn die Opposition gewonnen hätte. Aber es werden für Najib und seine Schergen keine leichten Jahre. Die Opposition hat 51% der Stimmen erhalten. Dank der kreativen Aufteilung der Paralamentssitze pro Wahlkreis, hat die BN die Nase dennoch weit vorne – eine weitere “kreative” Aktion die im Vorfeld der Wahl stattfand. Im Fernsehen sah man wie Najib und Mahthir der Angsschweiß auf der  Stirn stand. Trotz all der Manipulation noch gerade gerettet. Es wird nicht nochmal klappen! Selangor und Penang bleibt in der Hand der Opposition und außerdem konnte die PR die Zahl der Sitze im Parlament deutlich erhöhen.

Der Anführer der Opposition, der Pakatan Rakyat, Anwar Ibrahim:

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Besuch aus Deutschland

Nach 3 Jahren war es wieder soweit und wir bekamen erneut Besuch aus Menslage. Die Rede ist von Ela’s Eltern, Wolfgang & Elsine. Bereits Monate zuvor starteten die Vorbereitungen – unser Gästezimmer war renovierungsbedürftig.  Das alte Ikea Bett stark angeschlagen (Volker kann das bestätigen), die Klimaanlage auch nicht mehr wirklich funktionsfähig. Ela stürzte sich ins Abenteuer und brachte das Gästerzimmer zu nie zuvor gesehenem Glanze. Auch Bett und Klima wurden getauscht und  seit Mittwoch dem 19.12.2012, trägt das Gästezimmer wieder seinen Namen zu recht!

IMG_20121227_223244Für unsere Besucher war es eine besondere Erfahrung die Feiertage “im Warmen” zu verbringen. So warm, das recht häufig abends auf unserer Terasse fleißig mit Whisky Cola von innen gekühlt wurde. Ich denke das es für jeden der das deutsche Klima gewöhnt ist, erstaunlich ist erstmals im Dezember zu schwitzen. Aber neben angenehmen Abenden mit Grillen und gemütlichem beisammensein standen auch noch andere Aktivitäten auf dem Programm. So haben wir einige wohl bekannte Plätze wie “The Curve”, “Bukit Bintang”, “Petronas Towers (KLCC)”, “Times Square”… und so weiter abgeklappert. Viel Shopping war natürlich unvermeidlich.

IMG_20121229_110458Hightlight war der Trip auf die Trauminsel Langkawi zwischen den Feiertagen. Zu dieser Jahrezeit herrscht hier in Malaysia Hauptsaison. Es sind die malayischen Schulferien und entsprechend ist alles ausgebucht. Ela hatte es aber geschafft ein günstiges aber recht nettes Hotel zu buchen. Viel Zeit verbrachten wir dort nicht – die meißte Zeit waren wir unserem “Schrott Proton” zu den viele Sehenswürdigkeiten auf der Insel unterwegs. Leider ist es schwierig das eigene Auto mit auf die Insel zu nehmen. Aber man kann für ca RM 70 pro Tag ein fahrbares Auto mieten.

Das Bild oben wurde auf dem höchsten Berg der Insel aufgenommen. Man kann via “Cable Car” für RM 30 pro Person dort hochfahren und die IMG_20121227_163152Aussicht geniessen. Langkawai ist noch von ein paar kleineren Inseln umringt und man erhählt einen atemberaubenden Blick darauf von diesem Platz.

Die Reise von KL aus ist ein recht langwieriges unterfangen. Das Autobahn-Netz ist zwar gut ausgebaut, aber die Strassen recht wellig. Tempolimit liegt bei 110 (schneller macht eh keinen Sinn) und es sind knappe 440 KM bis zur Fähre. Rechnet man Autobahngebühren und Sprit, sowie Parkplatz fürs Auto zusammen, stellt man fest das ein Flug billiger ist.

Wir haben es uns auf jeden dort gut gehen lassen und unsere gemeinesame Zeit dort genossen. Nun its die gemeinsame Zeit leider schon wieder vorbei. Wir hoffen das die beiden ihren Urlaub bei uns geossen haben. Auch die Besuche bei dem einen oder anderen Chinesen, der nicht bei beiden den gleichen Grad der Begeisterung im Gesicht wiederspiegeln ließ. Aber ein wenig Kultur und asiatisches Lebensgefühl MUß einfach sein!

Auch für Ela und mich beginnt der Ernst des Lebens wieder, die Schulferien sind schon wieder vorbei seit Montag und Jan muss jeden Morgen zur DSKL. Auf mich wartet am kommenden Montag das Büro. Elsine und Wolfgang machen sich am Donnerstag morgen auf den Rückweg. Wir hoffen ihr besucht uns schon bald wieder!

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Der Weg in die Selbständigkeit

Nach dem ich das erste mal meinen Arbeitsplatz verloren hatte, habe ich nach einem Weg gesucht unsere Existenz in Malaysia zu stabilisieren. Das Problem hierzulande ist, das das Visum an den Arbeitgeber gekoppelt ist. Verliert man den Job, verliert man auch das Recht hier zu sein. Gut also seine eigene Firma zu haben und sich so quasi sein eigenes Visum ausstellen zu können. Ganz stimmt das natürlich nicht, aber man hätte einen permanenten Arbeitsplatz und damit Visum, unabhängig von dem Schicksal eines Arbeitgebers. Eintreten sollte meine Firma dann, wenn mir das nochmal passieren sollte.

Gemeinsam mit einer paar deutschen Freunden gründeten wir vor über 3 Jahren “Lightspeed Networks“. Eine IT Firma die sich auf online Projekte konzentrierte. Schön war die Idee das als Backup zu haben, aber noch besser wäre es finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen. Es wurde die Autohandels Plattform “Carworld” ins Leben gerufen, die vergleichbar mit Mobile.de und anderen Portalen aus Deutschland ist. Leider gab es nur mäßigen Erfolg und ein Teil der Anteilseigner an Lightspeed ist nach weniger als zwei Jahren auch schon wieder nach Deutschland zurück. Eigentlich hat die Firma über zwei Jahre geschlafen, bis sie mitte letzten Jahres wieder reaktiviert wurde.

Ein deutsche Freund hatte hier eine Zweigstelle seines in Deutschland erfolgreichen IT Unternehmens eröffnet, aber besondere Umstände erforderten, das er zurück nach Deutschland musste. Er machte mich mit meinem heutigen Partner bekannt und schlug vor, das wir seine Kunden übernehmen. Damit wollte er sicherstellen, das Kunden weiterhin gut betreut werden und gleichzeitig tat er uns damit einen grossen Gefallen. Ich hatte nie geglaubt, das ein IT Service Unternehmen hier Sinn machen würde. Die lokalen Firmen sind teilweise extrem billig, aber wie sich herrausstellte ist die Qualität der Dienstleistungen oft mangelhaft. Kunden sind durchaus bereit für guten Service zu zahlen und das hat sich in den letzten 12 Monaten bestätigt. Mittlerweile konnten wir unsere eigenen Geschäftsräume beziehen und wird es weiter gut laufen, kann ich tatsächlich im kommenden Jahr in meine eigene Firma wechseln.

Alle unsere Kunden sind deutsche Firmen, die guten Service zu schätzen wissen. Wir sind nun dabei unsere Kundenbasis auszubauen und sind mit einem gut ausgestatteten Büro ausgezeichnet vorbereitet.

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Das erste Jahr DSKL

Um die Geschichte, begonnen mit dem letzten Artikel abzuschliessen, hier der Rest der Geschehnisse. Nach einem etwas holprigen Start war Jan nun also eingeschult. Für ihn war es nicht leicht mit den deutschen Kindern und der “deutschen Umgebung” zurecht zu kommen. Spielkameraden und Gleichaltrige war es als deutsche nicht gewohnt. Der Umgang war anders als im Kindergarten zuvor. Er muss sich sicher fremd gefühlt haben und war auch nicht bereit wirklich mitzuarbeiten.

Es dauerte nicht lange und die Klassenlehrerein suchte das Gespräch. Jan nahm am Unterricht praktisch garnicht teil, die Lehrerein konnte ihn nicht überzeugen mitzuarbeiten. Wir verstanden die Problematik, konnten aber nichts daran ändern. Die Situation verschärfte sich mehr und mehr. Die Lehrerin malte ein Bild des Horrors, Jan hätte extremste Probleme. Das Ganze eskalierte weiter und die Lehrerin erklärte uns, wir müssten das Land verlassen und zurück nach Deutschland gehen. Es wurde eine Therapeutin eingeschaltet, Frau Sänger, die Jan zum mitarbeiten bewegen konnte. Wie hat aber seine Lehrerin erstmal nicht interessiert. Erst in einem weiteren Gespräch hab ich den Lehrern vorgeschlagen, doch mal einer Sitzung mit Frau Sänger beizuwohen. Denn ihr gelang es ja, Jan zu motivieren. Ich war überrsacht, das keine von den Lehrerin dies bereits getan hatte und das mein simpler Vorschlag auch nicht direkt auf Gegenliebe stiess.

Zwischendurch wurde angenommen, Jan wäre Autist. Wieder wurde uns von der gleichen Lehrerin nahegelegt, Jan müsse in eine Spezialschule. Dort gäbe es Klassen in denen nur drei Kinder gemeinsam unterrichtet würden. Wir wurden gezwungen einen Psychiater einzuschalten, der mit RM 1200 fuer 90 Minuten teuer war, nichts falsches auf Anhieb feststellen konnte und dies immerhin schriftlich festhielt. Der Schule genügte das simple Schreiben nicht.

Wir erhielten einen detaillierten Plan (auf deutsch) mit einem halben Dutzend Untersuchungen die wir durchführen lassen sollten. Mittlerweile war allerdings schon Augenarzt, Ohrenarzt und Psychiater anbgegrast. Weiterhin wurde der Druck auf uns erhöht. Die Situation gipfelte in einer Unterredung mit dem Direktor und dem Lehrpersonal. Nun wurde uns die Pistole auf die Brust gesetzt. Entweder wir tun, was die Schule verlangt oder Jan müsse die Schule verlassen. Eine Bemerkung das wird die Schule bezahlen, wurde geflissentlich ignoriert. Es folgte eine langer Monolog was die Schule alles nicht kann. Es wurde ein Termin mit einem der Schule bekannten Kinderpsychologen angesetzt, den wir wahrnahmen. Er diagnostizierte ADS, sah aber keine Probleme die ausschliessen könnten, das Jan zur Schule gehen könne. Dann war das Jahr beendet und im neuen Jahr sollte die Situation ganz anders sein, die Karten wurden quasi neu gemischt.

Für uns alle war es die Hölle. Jan war kurz vor der Einschulung als Diabetiker Typ 1 diagnostiziert worden. Allein das war für uns schon ein Kreuz zu tragen und für ihn sicher auch. Warum kann man nicht einfach locker lassen und einen gerade 6 Jährigen sich erstmal akklimatisieren lassen? Dann würde er eben das erste Jahr wiederholen…

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Jans Einschulung bei der DSKL

Mit reichlich Verspätung hier nun etwas zur Einschulung im letzten Jahr. Immerhin soll unser Blog ja unser Tagebuch sein und auch helfen uns selber zu erinnern…

Die “Deutsche Schule Kuala Lumpur” erschien uns ideal für Jan. Obwohl wir das multi-kulturelle Umfeld hier sehr begrüßen, ist das Vertrauen in der frei verfügbaren Bildung hier nicht sher groß. Außerdem ist Jan natürlich Deutscher und sollte so die Gelegenheit haben, mit anderen seines Alters und den gleichen Wurzeln Zeit zu verbringen und mehr über die “deutsche Kultur” zu erfahren. Kurzum, es sollte schon eine deutsche Schule aus vielen Gründen sein. Die Schule kam uns bei den Gebühren entgegen und dann war es beschlossene Sache.

Bei einem “Schnuppertag” fingen dann die Probleme an. Eine der beiden Grunschullehrerinnen machte offenbar die Beobachtung, das Jans Deutsch weit davon entfernt war perfekt zu sein. Die Schule wollte dann plötzlich prüfen, ob Jan überhaupt eingeschult werden könne. Es wurde ein Termin angesetzt und ein Pädagoge sollte mit Jan ein paar Tests machen, ob er eingeschult werden kann. Es wurde eine Menge Bohei gemacht und wir hatten schlaflose Nächte. Heute ist uns wohlbekannt, das durchaus Schüler aufgenommen wurden, die garkein deutsch sprechen.

Der Tag des Termins begann interessant. In dem Eingangsbereich der DSKL war unser Sonnensystem als eine Bastelarbeit einer Klasse ausgestellt. Jan stand fasziniert davor und es kam der Pädagoge um die Ecke um ihn abzuholen. Er bemerkte Jans Interesse, zeigte auf die Sonne und sagte: “Was ist das denn für ein Planet?” Jan schaute ihn daraufhin an und erwiderte:”Das ist doch kein Planet, das ist die Sonne!”

Nach etwa 45 Minuten kehrte Jan mit den Pädagogen zurück und das Urteil war, das Jan sehr klug wäre und die sprachlichen Probleme sicher lösbar wären. In den kommenden Monaten sollte sich das bestätigen, doch dann gab es ein neues Problem…

Gruppenfoto der beiden Grundschulklassen Flex A & B.

Ela und Jan bei der Einschulung

Eine stolze Mama, mit einem leicht verunsicherten Jan. Die Schultüte hat Ela selbst gebastelt und hat sie mehr als eine Woche beschäftigt Öß=

 

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Endlich mal wieder ein Update

Nun ist das Jahr schon bald wieder vorbei und kaum wurde etwas geschrieben. Einer der Gründe ist sicherlich Facebook. Ist es damit doch so bequem, mit Freunden und Verwandten in Kontakt zu bleiben. Trotzdem ist unser Blog immernoch wichtig. Es soll ja als eine art Tagebuch unsere Geschichte festhalten. Nicht nur für die Öffentlichkeit, sondern auch für uns.

In diesem Jahr gab es Ende Mai sehr schlechte Nachrichten. Uns ist aufgefallen, das Jan immer durstig ist, Nachts ständig aufs Klo rennt und sein Appetit sinkt. Unsere Befürchtung das es Diabetes ist, wurde beim Hausarzt direkt bestätigt. Hier in Malaysia muss man immer zum Experten, nachdem man beim Hausarzt war und in diesem Fall natürlich erst recht. Wir fuhren also in das “Damansara Specialist Hospital” und reihten uns in die Schlange beim Kinderarzt ein. Jan war nüchtern geblieben und wir hatten bereits eine dreiviertelstunde beim Hausarzt gewartet. Das machte die weitere Stunde Wartezeit hier nun nicht einfacher. Als wir endlich dran waren, sah der Arzt nur auf die Blutzucker Messung vom Hausarzt und erklärte, er könne nicht helfen. Er verwies uns an eine Spezialistin für Erkrankungen des Ernährungssystems. Die war am selben Gang des Krankehauses, direkt gegenünber. Erneut wurde mit Warten unsere Geduld auf die Probe gestellt. Nach ca. 30 Minuten beschwerte ich mich. Mehr als drei Stunden lagen bereits hinter uns und wir waren kaum weiter. Die Beschwerde wirkte, die Ärztin nahm uns 5 Minuten später dran und entschuldigte sich. Für sie war dies ein Notfall und ihr Personal hat falsch reagiert. Diese Ärztin war ausgesprochen freundlich und hilfsbereit. Sie schlug vor Jan in der Uniklinik von der Diabetes Kapazität Malaysias untersuchen und behandeln zu lassen. Sie schrieb für uns einen persönlichen Brief an Professorin Fatma  und erklärte uns das notwendige. Angekommen in der Uniklinik begaben wir uns in die Notaufnahme. Etwa eine halbe Stunde später begann die Untersuchung und eine weitere Stunde später waren wir in der Kinderklinik – der arme Jan musste dort bleiben. Mindestens für eine Nacht. Das Zimmer teilten sich 6 Kinder. Um jedes Bett war ein Umhang, um für Privatsphäre zu sorgen wenn die Notwendig auftrat. Der Diabetes Arzt war ein Chinese in seinen frühen dreißigern. Alle nahmen sich unglaublich viel Zeit für uns, gingen ausgesprochen behutsam mit Jan um. Die Diagnose Diabetes war bestätigt, aber weitere Untersuchungen folgten noch. Auch wurde Jan bereits auf Insulin eingestellt. Man bemühte sich seien Aufenthalt so kurz wie moeglich zu gestalten. Später traf dann die Professorin ein. Die nahm direkt Michaela zur Seite und verschwandt mit ihr, um sie zu trösten. An diesem Tag musste unsere Zwerg so einie Piekser über sich ergehen lassen. Ela verbrachte die Nacht im Liegestuhl neben seinem Bett. Am anderen Tag geben 17 Uhr konnten wir das Krankenhaus verlassen. Zwischendurch erhielten wir eine Schulung, wie mit Diabetes umzugehen ist. Wie man den Blutzucker misst und es gab auch eine wenig Ernährungskunde. Der Arzt nahm sich die Zeit, uns direkt an Jans Bett viele Dinge zu erklären. Später sollte ich via Email noch mit ihm in Kontakt bleiben, Werte übermitteln und Anweisungen folgen. Der Schock der Diagnose saß Tief, trotzdem waren wir gerührt über die Hilfsbereitschaft und Anteilnahme die wir im Krankenhaus erfuhren. Nach einigen Wochen haben sich Jans Werte soweit verbessert, das wir das Insulin komplett absetzten konnten. Das heisst zwar eine “Kein Zucker Diät”, aber wir können ihm die Unannehmlichkeiten ersparen. Wir hoffen, das es keine Kindheitsdiabetes ist, der Bluttest zeigte keine Antikörper.

Das war also das Kapitel “Diabetes”, bald gehts weiter mit der Einschulung und dem damit verbundenen Ärger den wir hatten.

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